Gedanken

Aus dem Leben eines Azubis im Buchhandel #1

15. Mai 2016

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Herzlich Willkommen am Mediacampus Frankfurt –

Jetzt wird wieder die Schulbank gedrückt.

Manchmal muss man sich im Leben einfach trauen. Vielleicht sogar ein gewisses Risiko eingehen. Mut beweisen. Auf das Bauchgefühl hören. Letztes Jahr habe ich, für mich persönlich, einen ziemlich großen Schritt gewagt. Trotz Studium habe ich mich dafür entschieden, noch eine Ausbildung dranzuhängen. Natürlich nicht irgendeine beliebige Ausbildung, sondern die zur Buchhändlerin. Eigentlich hat es mich immer schon Richtung Buchbranche gezogen, aber klar angegangen bin ich dieses Vorhaben nie. Das wollte ich von dem Augenblick an ändern.

Nun sind einige Monate vergangen und die Zeit rast nur so an mir vorbei. Ihr werdet es wahrscheinlich selbst kennen. Ich erinnere mich noch gut an den Anfang. Die vielen neuen Eindrücke und vor allem die Umstellung vom relativ flexiblen Studentenleben zum strikt vorgegebenen Arbeitsalltag. Das erste Ausbildungsjahr ist jetzt fast geschafft und da neben der überaus spannenden und abwechslungsreichen Praxis auch theoretisches Wissen zur Ausbildung gehört, kommt nun die Schule ins Spiel. In diesem Fall ist es der Mediacampus Frankfurt. Er richtet sich speziell an Auszubildende aus der Branche. Vom Verlag bis zum Buchhandel ist alles dabei, aber auch darauf aufbauende Studiengänge oder Seminare werden angeboten.

Heute möchte ich jedoch von meiner ersten Woche auf dem Mediacampus erzählen. Damit wären wir schon beim ersten Punkt. Unter einem Campus habe ich mir ein eher weitläufiges Gelände, auf dem man sich erst einmal zurechtfinden muss, vorgestellt. In der Realität sieht es ein kleines bisschen anders aus. Die einzelnen Gebäude stehen relativ kompakt zusammen. Mehr Gemütlichkeit als Unübersichtlichkeit. Was ich als absolut positiv empfinde, da man alles schnell findet und zwischen Unterkunft, Mensa, Sekretariat und Schulgebäude nur wenige Meter Fußweg liegen.

Was die Unterbringung betrifft teile ich mir mit zwei anderen Mitbewohnerinnen ein Zimmer. Das sorgte auch bei mir zunächst für Skepsis. Ich hatte jedoch das Glück, dass ich beide von den Thalia Azubi Willkommenstagen im letzten Jahr kannte. Trotzdem stellte sich mir die Frage, ob es einem irgendwann zu viel werden könnte. Oder gibt es ausreichend Möglichkeiten sich zurückzuziehen?

Die gibt es auf jeden Fall. Soviel konnte ich während den ersten Tag bereits herausfinden. Zwei Orte sind mir dabei besonders aufgefallen und dort wird man mich sicherlich in den nächsten Wochen oft antreffen. Das ist zum einen die beeindruckende Bibliothek, die automatisch zum Stöbern einlädt. Zum anderen, und da schlägt mein Herz besonders hoch, ist da das so genannte Diogenes-Zimmer. Die Wände sind voll mit Regalen, die nicht nur Titel aus dem Diogenes Verlag beinhalten, sondern auch zahlreiche Lexikas und andere Nachschlagewerke, die teilweise vor langer, langer Zeit veröffentlicht wurden. In der Mitte gibt es außerdem einen großen Tisch, an dem ich bestimmt den ein oder anderen Beitrag für den Blog verfassen werde. Zur Erklärung: Überall auf dem Campus verteilt finden sich Räumlichkeiten, die nach bekannten Verlagen benannt sind.

Bibliothek und Diogenes

Eine weitere Besonderheit ist die Buchhandlung, in der man u.a. lernt wie Waren im Buchhandel für den Kunden ansprechend präsentiert werden können. Das Börsenblatt hat hierzu gemeinsam mit Kai Mühleck kürzlich erst ein Video gedreht, in dem die neu gestaltete Campusbuchhandlung vorgestellt wird.

Was ist sonst noch passiert? Als Highlights kann man definitiv die Abendveranstaltungen nennen, die meist mindestens zweimal pro Woche stattfinden und eine gute Ergänzung zum Schulunterricht darstellen. Letzten Mittwoch war der Verlag Hermann Schmidt Mainz zu Besuch und hat ein bisschen was zur Geschichte des Verlages und Schwerpunkten sowie einzelnen Titeln erzählt. Wer es liebt kreativ zu sein und sich für Typografie interessiert ist an der Stelle genau richtig. Am Donnerstag durften wir dann noch Tafiti das Erdmännchen kennenlernen. Zwei Mitarbeiter des Loewe Verlages und die Illustratorin Julia Ginsbach haben uns mit ihrer Begeisterung förmlich angesteckt. Insbesondere der Vortrag des Vertriebsleiters zum Thema Marketing hat mir gut gefallen, da man einerseits die Leidenschaft für das Buch gespürt und andererseits viele aufschlussreiche Informationen erhalten hat.

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Nachdem die erste Woche überwiegend aus Vorstellungsrunden und ersten Einblicken in den Unterricht bestand, denke ich, dass es übermorgen richtig losgeht. Da der Schulplan ständig wechselt, werden wir nächste Woche einige neue Fächer kennenlernen. Darüber werde ich im nächsten Beitrag berichten.

War von euch jemand vielleicht selbst schon auf dem Mediacampus in Frankfurt? Mich würde brennend interessieren, welche Erfahrungen ihr dort so gesammelt habt. 

 

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10 Comments

  • Reply Kaisu 16. Mai 2016 at 10:57

    Lernen in Wattebäuschen :3
    (und nein, das ist nicht böse gemeint, sondern eher positiv)
    Dieser Campus sieht viel zu gut aus, als dass er wahr sein könnt 😛

    • Reply admin 16. Mai 2016 at 20:46

      Weiß genau was du meinst 🙂

  • Reply Lotta 16. Mai 2016 at 12:58

    Hach ich freue mich schon so auf die Berufsschule – auch wenn ich meinen Herzmann und meine Zola sehr vermissen werde .. ich habe den Text nur mal überflogen, weil ich mich noch ein bisschen überraschen lassen möchte und ach .. ich bin so aufgeregt. 😀 Thihi ich freue mich jedenfalls schon, wie du merkst und wenn ich auch da war, dann schreibe ich hier nochmal drunter. 😉

    Liebst, Lotta

    • Reply admin 16. Mai 2016 at 20:47

      Du gehst den Block danach oder?
      Bin gespannt wie es dir dann gefällt! 🙂

      Liebe Grüße
      Juliana

  • Reply Julia 18. Mai 2016 at 9:23

    Hi,

    ich habe jeweils einen Block 2012 und 2013 besucht und denke sehr gerne an diese Zeit zurück. Neben dem tollen Campusgebäude sind mir vor allem die tollen Kontakte zu Büchermenschen im Gedächtnis geblieben. So viele Leute (egal ob Lehrer oder Schüler) mit der selben Leidenschaft für Bücher zu treffen ist einfach ein ganz besonderes und sehr intensives Erlebnis.

    Ich wünsche dir noch ganz viel Spaß 🙂

    Lg Julia

    • Reply admin 22. Mai 2016 at 10:22

      Dankeschön! 🙂
      Ja das stimmt, das ist wirklich das Besondere und vermittelt sofort ein gewisses Gemeinschaftsgefühl.

      Liebe Grüße
      Juliana

  • Reply Sally 18. Mai 2016 at 12:05

    2 Mal die jeweils besten 9 Wochen meines bisherigen Lebens 😀 Ich beneide alle, die diese Erfahrungen noch vor sich haben.

    Ich habe dort unglaublich viele tolle Menschen kennengelernt, die alle irgendwie etwas gemeinsam haben. Die Liebe zu Literatur auf eine ganz neue Weise erlebt (Dank dem Ischi <3) und einfach eine großartige Zeit verbracht.
    Und ja, die Liebe seines Lebens lässt sich dort auch finden 😀

    Also weiterhin ganz viel Spaß und tolle Erlebnisse

    • Reply admin 22. Mai 2016 at 10:23

      Danke Sally 🙂
      Die Liebe zur Literatur ist hier bei manchen wahrscheinlich mehr ausgeprägt als bei anderen. Aber trotzdem ist diese Verbindung irgendwie vorhanden, das stimmt.

  • Reply Ramona 18. Mai 2016 at 13:16

    Liebe Juliana,

    ach ja… Es war eine der schönsten Zeiten überhaupt, die ich dort verbringen konnte.
    Im März endete mein zweiter Block und ich werde es vermissen…
    Genieße die Zeit!
    Es ist toll und gibt einem so viel.

    Liebe Grüße,
    Ramona

    • Reply admin 22. Mai 2016 at 10:20

      Hallo Ramona,

      bist du dann jetzt mit deiner Ausbildung schon komplett fertig oder hast du noch Abschlussprüfungen?

      Liebe Grüße
      Juliana

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