Events, Gedanken

Ein Lesetagebuch zur Leseparty im März 2017

23. März 2017

Es kommt mir vor als wäre ich erst vor wenigen Wochen für einen Tag auf der Frankfurter Buchmesse gewesen. Und plötzlich steht schon wieder die nächste Messe vor der Tür, nämlich die in Leipzig, die gestern Abend eröffnet wurde und seit heute von vielen Menschen gestürmt wird. Ich bin nicht dort, habe aber das Glück stattdessen ein paar freie Tage für eine ebenso fantastische Leseparty nutzen zu können. Was wird gefeiert? Die allgegenwärtige Liebe zu Büchern. Und was heißt das jetzt genau? Die nächsten Tage wird gelesen was das Zeug hält. Unter dem Hashtag #leseparty trefft ihr in den sozialen Medien auf die geballte Ladung Literaturliebe, könnt von eurer aktuellen Lektüre schwärmen und vor allem gerne fleißig Bilder hochladen oder Fragen beantworten, die vom Veranstalter-Team gelegentlich in die Runde geworfen werden.

Veranstaltet und organisiert wird das literarische Fest von:


Petzi von Die Liebe zu den Büchern

Alexandra vom Bücherkaffee

Evi von Literatour – Blog für gute Bücher

Im Laufe des Tages habe ich überlegt, was ich die nächsten Tage lesen möchte. Mit welchen Büchern ich meine Zeit verbringen will. Kurz entschlossen fiel meine Wahl auf drei Bücher, die ich alle bereits begonnen habe zu lesen. In diesem Beitrag werde ich meine Gedanken zu dem Gelesenen in kurzen Sätzen aufschreiben, sodass eine Art Lesetagebuch entsteht. Schreibt mir gerne, wenn ihr eins der Bücher selbst schon gelesen habt oder vielleicht mögt ihr mir erzählen, was ihr gerade lest und was euch dabei durch den Kopf geht! Seid ihr bei der Leseparty dabei oder macht ihr die Hallen der Buchmesse unsicher?

23. März um 21:52 Uhr

Vor wenigen Minuten habe ich die letzten Seiten der Biografie von Jennifer Teege gelesen, in der sie sich mit ihrer Vergangenheit, ihrem Leben auseinandersetzt. Eigentlich erfährt sie nur per Zufall, dass ihr Großvater der KZ-Kommandant Amon Göth war. Die erste Hälfte des Buches habe ich als erdrückend empfunden. Gegen Ende schwingt tiefe Bestürzung vermischt mit Hoffnung mit. Ich muss erst einmal tief durchatmen. Zur gleichen Zeit schwirren die Gedanken im Kreis herum. Ich rufe ein Interview mit Jennifer Teege auf. Schalte es nach ein paar Minuten wieder weg. Soll ich mir den Film Schindler´s Liste anschauen? Vielleicht schon morgen? Ich traue es mich kaum zu sagen, gebe aber ehrlich zu, dass ich ihn noch nie geschaut habe. Ich fühle mich unsicher und dennoch lässt es mich nicht los.

Ich werde nun eine Pause einlegen und dann vermutlich in Hier bin ich von Jonathan Safran Foer weiterlesen, welches ich aus unerfindlichen Gründen vor Wochen auf die Seite gelegt hatte.

24. März um 13:53 Uhr

Planänderung. Ich möchte mich auch beim Lesen mehr von meinem Bauchgefühl leiten lassen. Deshalb habe ich jetzt angefangen Unsere Seelen bei Nacht zu lesen. Beim Frühstück habe ich heute nämlich nicht gleich zum Buch gegriffen, sondern zuerst Blogartikel durchstöbert. Beispielsweise den von Mara. Sie gibt hier auf der Buchmesse gerade Einblicke in das Geschehen rundum das Blaue Sofa. Der erste Tag war schon sehr ereignisreich und es folgen bestimmt weitere spannende News. Eine Rezension zu dem Roman von Kent Haruf, den ich wie gerade erwähnt lese, gibt es im Bücherkaffee. Der Buchtipp war für mich ausschlaggebend für die Entscheidung, die anderen zwei ausgewählten Bücher doch noch ein wenig warten zu lassen. Die ersten zehn Kapitel sind gelesen. Addie hat all ihren Mut zusammengenommen und bei Louis an die Tür geklopft, um ihm von ihrer Idee zu erzählen, die Nächte gemeinsam zu verbringen und mit Gesprächen und der Nähe eines sympathischen Menschen neben sich die Einsamkeit zu verdrängen. Die Sätze sind übersichtlich und präzise gewählt. Gefällt mir bisher!

Neben Unsere Seelen bei Nacht sind es noch diese zwei Bücher, die heute mein verstärktes Interesse geweckt haben und die möglicherweise dieses Wochenende noch gelesen oder zumindest angelesen werden. Kennt ihr sie oder wollt ihr sie vielleicht sogar selbst noch lesen?

24. März um 18:15 Uhr

Inzwischen bin ich auf Seite 120 von insgesamt 197 angekommen, habe also über die Hälfte geschafft. Leider hat der relativ gute Eindruck nachgelassen. Mir sind die Charaktere zu blass. Alles bewegt sich überwiegend an der Oberfläche. Und auch die Verhaltensweisen sind kaum nachvollziehbar und wirken auf mich teilweise etwas steif und merkwürdig. Wer von euch hat es gelesen? Da würde mich jetzt umso mehr interessieren wie es andere wahrgenommen haben.

25. März um 09:09 Uhr

Etwas übermüdet wurde ich heute früh geweckt. Macht aber gar nichts! Das bedeutet mehr Zeit zum Lesen. Die Müdigkeit wird sich irgendwie vertreiben lassen. Ich habe vorhin beim ersten Tee und Kaffee (ja, es gab ausnahmsweise mal beides direkt hintereinander) in Salz für die See weitergelesen. Es ist schon etwas länger her, dass ich das Buch bis knapp zur Hälfte gelesen hatte. Irgendwie konnte es mich bis zu dieser Stelle, anders als erwartet, nicht auf der emotionalen Ebene abholen. Trotz der langen Pause, bin ich jetzt aber gleich wieder voll in der Handlung drin und erinnere mich, was bisher alles geschehen ist. Mal abwarten, ob es mich auf der zweiten Hälfte stärker reinzieht. Darüber hinaus möchte ich nachher meine Eindrücke zu Unsere Seelen bei Nacht aufschreiben, welches ich gestern Abend noch beendet habe. Mein Gefühl nach dem Lesen war leider ziemlich ernüchternd und unzufrieden. Wieso, weshalb, warum verrate ich in der Rezension.

28. März um 22:38 Uhr

So schnell geht es. Die Leseparty ist mittlerweile zwei Tage her. Der Urlaub ist vorbei und der schöne Alltagswahnsinn hat mich wieder. Am Sonntag habe ich ehrlich gesagt nicht so viel gelesen wie geplant. Das war aber überhaupt nicht schlimm. Stattdessen hatte ich nämlich einen großartigen Tag, der unter anderem dafür genutzt wurde, das Gesicht in die Sonne zu strecken, Eis zu essen und währenddessen die Aussicht am See zu genießen. Und all das mit einem meiner Lieblingsmenschen. Beendet habe ich Salz für die See erst gestern. Das ist mir am Ende noch ziemlich nahegegangen. Ein wichtiges Buch, das ich Jung und Alt gerne ans Herz lege. Es wird mich wohl noch ein Weilchen beschäftigen! Heute habe ich übrigens Die Blumen von gestern angefangen. Es handelt sich um das Drehbuch zum gleichnamigen Film und liest sich überraschend gut und hat bei mir schon für einige unterdrückte Lacher gesorgt, um in der Öffentlichkeit keine komischen Blicke zu kassieren. Ihr kennt das, oder?! Ich mag das Buch und den Humor von Chris Kraus bisher auf jeden Fall!

Abschließend bleibt zu sagen: Es war wunderbar! Danke an die Veranstalter der Leseparty, ihr macht das wie immer klasse und es macht einfach wahninnigen Spaß gemeinsam die Liebe zu Büchern zu feiern!

Von euch würde ich nun gerne noch wissen, wie euch die Sache mit dem Lesetagebuch gefallen hat. Würdet ihr sowas gerne öfters lesen?

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6 Comments

  • Reply Chrissi 23. März 2017 at 22:26

    Tolle Idee mit dem Lesetagebuch. Hab leider am Wochenende selbst nicht so viel zeit es so festzuhalten.
    Viele Grüße
    Chrissi

    • Reply Juliana 24. März 2017 at 16:43

      Das ist bei mir jetzt auch Glück, dass ich die Zeit habe. Dachte aber da kann ich die Gelegenheit mal für so etwas nutzen.
      Freut mich, dass du vorbeigeschaut hast 🙂

      Viele Grüße
      Juliana

  • Reply Nelly 24. März 2017 at 12:40

    Hey Juliana,
    was eine tolle Idee mit dem Lesetagebuch. Da schau ich die nächsten Tage doch gerne nochmals rein und bin gespannt, wieviel Du lesen wirst.

    Alles Liebe, Nelly

    • Reply Juliana 24. März 2017 at 16:43

      Das freut mich Nelly! 🙂

  • Reply Gabi 24. März 2017 at 20:03

    Ich kann Dir den Film „Schindlers Liste“ nur wärmstens ans Herz legen. Ein ernstes Thema, klar, aber einfach wundervoll umgesetzt. Vielleicht mit etwas zeitlichem Abstand zur gerade frisch gelesenen Teege-Biografie, aber lass ihn Dir nicht entgehen.

    Und auch ich finde dieses Lesetagebuch toll, das Konzept funktioniert sicher auch dauerhaft, denn man liest gerne die Eindrücke und Gedanken zu den Büchern, die nicht direkt in eine Buchbesprechung einfließen.

    LG Gabi

    • Reply Juliana 25. März 2017 at 9:08

      Ja, ich werde sie mir wohl wirklich ansehen müssen. Da führt kaum ein Weg dran vorbei. Eine Freundin hat mir den Film auch schon ans Herz gelegt. Deine Worte bestätigen das nur noch.

      Ich habe tatsächlich schon einen kurzen Moment lang überlegt, so ein Lesetagebuch öfters auf dem Blog zu integrieren, da ich sowas in der Art bei anderen selber gerne lese. Schön zu hören, dass du das auch so siehst!

      Viele Grüße
      Juliana

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