Rezensionen

Nickolas Butler: Shotgun Lovesongs

1. Mai 2016

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Was ist Freundschaft? Für diesen Begriff eine konkrete Definition zu finden ist gar nicht so leicht. Jeder Mensch hat eine Vorstellung davon, geprägt von individuellen Erfahrungen und dem, was man von klein auf vorgelebt bekommt. Eine ebenso interessante Frage ist die nach der eigenen Heimat. Wo fühlt man sich zu Hause und wieso? Nickolas Butler verbindet diese beiden Themen und lässt hierdurch eine sehr warmherzige Geschichte entstehen.

Im Zentrum von Shotgun Lovesongs stehen fünf Freunde, die zusammen in einer typisch amerikanischen Kleinstadt aufgewachsen sind. Ein gemütliches, verschlafenes Städtchen, in dem jeder jeden kennt. Sie teilen wichtige Erinnerungen miteinander und gemeinsam erlebte Ereignisse. Trotz allem kommt es wie es kommen muss. Ihre Wege verlaufen in unterschiedliche, teilweise entgegengesetzte, Richtungen.

Da ist beispielsweise Lee, der sein Herz seit jeher an die Musik verloren und es irgendwann zu großer Prominenz geschafft hat. Und Kip, den es zunächst auch raus in die weite Welt zog, der aber eines Tages überraschend zurückkehrt. Zu ihnen gehört genauso aber auch Ronny, der nie große Ansprüche stellte und sein Herz am rechten Fleck trägt. Sowie Henry und Beth, die mit Hilfe der Landwirtschaft alles daran setzen ihren Kindern eine gute Zukunft zu ermöglichen.

Diese fünf Menschen wirken manchmal gegensätzlich und jeder hängt insgeheim seinen eigenen Träumen nach. Neben den Kindheitserinnerungen, die sie verbindet, haben sie aber vor allem eines gemeinsam. Sie sind alle unglaublich warmherzig. Bei dem einen ist es offensichtlicher als bei dem anderen. Und doch ist es so. Henry ist mir mit seiner Bodenständigkeit und der unerschöpflichen Ehrlichkeit besonders stark in Erinnerung geblieben. Darüber hinaus gibt es Protagonisten, die eine auffallend positive Entwicklung durchlaufen und nach all den Jahren gewissermaßen zu sich selbst finden.

Nickolas Butler ist selbst in Wisconsin aufgewachsen und lebt in der Nähe des Handlungsortes. Er weiß also genau wie sich dieses ländliche Leben anfühlt und was damit oft einhergeht. Wie schwer es sein kann sich gegen die Vorzüge der Großstadt zu behaupten. Und wie essentiell es für viele Familien ist, sich mittels Landwirtschaft über Wasser zu halten.

Was mir an Shotgun Lovesongs jedoch bei weitem am besten gefallen hat, war das außergewöhnlich starke Gefühl von Verbundenheit. Der Zusammenhalt, der zwar manchmal nicht so unerschütterlich ist wie man vermutet, aber dennoch nie ganz verloren geht.

Shotgun Lovesongs – Nickolas Butler – Heyne Verlag – 432 Seiten

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2 Comments

  • Reply Ramona | El Tragalibros 2. Mai 2016 at 12:26

    Liebe Juliana,

    vor ein paar Jahren habe ich das Hörbuch zu „Shotgun Lovesongs“ gehört und war von der Geschichte sowie den Figuren einfach nur begeistert. Manchmal glaube ich, dass es eins der Bücher ist, die ich noch einmal hören/lesen möchte, da ich zwar das Gefühl und die Freude, ja die Verbundenheit – wie du sie beschreibst – noch merke, aber vom Inhalt so wenig zurückgeblieben ist. Und eine Rezension habe ich damals irgendwie verpasst zu schreiben …

    Deine Rezension hat mich jedenfalls wieder an dieses wunderbare Buch denken lassen. (:

    Viele Grüße, Ramona

    • Reply admin 2. Mai 2016 at 20:31

      Hallo liebe Ramona,

      erstmal freue ich mich wirklich sehr über deine Rückmeldung 🙂

      Ehrlich gesagt finde ich, dass zweitweise in dem Buch gar nicht so arg viel passiert, zumindest keine Ereignisse, die sich megamäßig überschlagen. Aber trotzdem wird es eben nie langweilig und man genießt jede Seite. Das wusste ich bei Shotgun Lovesongs sehr zu schätzen. Kennst du sonst noch andere Bücher von ihm?

      Viele Grüße
      Juliana

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