Rezensionen

Zoran Drvenkar: Still

12. April 2015

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Was für ein Buch, was für eine Geschichte! Von Zoran Drvenkar hatte ich bereits gehört und auch seine anderen Werke wie beispielsweise Sorry sind mir des Öfteren in der Buchhandlung oder im Internet beim Stöbern begegnet. Ich weiß ehrlich gesagt auch überhaupt nicht, was mich davon abgehalten hat mal etwas von ihm zu lesen. Umso glücklicher bin ich, dass ich ihn jetzt für mich entdeckt habe.

Vor dem Lesen hatte ich bereits hohe Erwartungen an Still, ausgelöst durch begeisterte Stimmen aus der Bloggerwelt. Ich habe darauf hingefiebert dieses Buch zu lesen, denn neben dem geheimnisvollen Klappentext, war es vor allem das Cover, das mich sofort gepackt hat. Es strahlt eine unfassbar dichte und beklemmende Stimmung aus. Ein zugefrorener See, ein dunkler Waldrand und eine Hütte, die durch den Nebel nur schwach zu erkennen ist. Genau das hat mich dann auch während des Lesens beeindruckt. Zusammen mit den Protagonisten befindet man sich in Deutschland, im tiefsten Winter. Die Kälte und die ganze Atmosphäre kriechen sofort unter die Haut.

Bereits zuvor war mir klar, dass es sich hierbei um keine leichte Unterhaltungslektüre handelt. Nach wenigen Seiten habe ich dann jedoch schon ein erstes Gefühl davon bekommen, womit man es hier tatsächlich zu tun hat. Es gab gleich zu Anfang Stellen, an denen ich das Buch erstmal zur Seite legen musste um tief durchzuatmen und das Gelesene sacken zu lassen. Allerdings liegt es bei diesem Thriller nicht an besonders blutrünstigen Handlungen. In diesem Fall ist es viel eher das unterschwellige Grauen und die Bösartigkeit, die sich in manchen Menschen tatsächlich verbirgt. Genau das hat dafür gesorgt, dass mich das Gelesene schwer beschäftigt und auch jetzt noch nachklingt.

Der Schreibstil von Zoran Drvenkar ist neu und anders. Dennoch konnte ich mich ab der ersten Seite darauf einlassen und habe von Beginn an gespannt die Geschehnisse verfolgt. Der Wechsel zwischen den drei unterschiedlichen Perspektiven und die Darstellung der Dialoge hat mir unheimlich gut gefallen. Das hat dem Ganzen eine ganz eigene Note gegeben und dazu beigetragen, dass man als Leser Teil der Geschichte wird.

Still konfrontiert den Leser mit schrecklichen und realistischen Ereignissen und Tatsachen. Während des Lesens konnte ich mich kaum von den Seiten lösen und habe als stiller Beobachter einen Einblick in menschliche Abgründe erhalten. Es ist definitiv viel mehr als ein gewöhnlicher Thriller und hat dafür gesorgt, dass ich vorhabe nach und nach alle weiteren Werke des Autors zu lesen, die dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls einen festen Platz in meinem Regal erhalten.

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